Winterblues und Lichtmangel

Die Augen haben es im Winter nicht leicht: der ständige Wechsel von Kälte und Wärme, Licht und Dunkel, trockener Heizungsluft und greller Wintersonne setzt den Augen zu. Während der kurzen dunklen Tage verbringen wir viel Zeit in warmen, trockenen Räumen. Andererseits müssen sich die Augen auf kalte Außenluft, helle Wintersonne, UV-Strahlung und Schnee einstellen. Viele Berufstätige verlassen das Haus im Dunkeln, arbeiten den ganzen Tag bei künstlichem Licht und kommen im Dunkeln wieder nach Hause. Das hebt nicht gerade die Stimmung.

Im Berliner Winter kommt es schnell zum Lichtdefizit und die Stimmung kann kippen. Wenn das Tageslicht nur wenige Stunden vorhält, bleibt der Melatoninspiegel auch tagsüber erhöht. Melatonin macht müde. Außerdem gerät der Wach-Schlaf-Rhythmus aus dem Gleichgewicht und an dunklen Tagen ist zudem die Verweildauer des Glückshormons Serotonin verkürzt und damit seine Wirkungsdauer reduziert. Auch das macht der Psyche zu schaffen.

Als Folge davon können Müdigkeit, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen auftreten.

Man könnte  hier die Lichtherapie empfehlen/anwenden, dabei ist es aber wichtig, dass das Licht auf die Netzhaut fällt – also Augen auf bei der Lichtdusche 🙂   Grundsätzlich haben sich eine halbe Stunde bei einer Beleuchtungsstärke von 10.000 Lux oder zwei Stunden bei 2.500 Lux als besonders wirksam erwiesen. Zum Vergleich: Ein heller Sonnentag misst bis zu 100.000 Lux.

Helfen können in den düsteren Monaten beim bedeckten Himmel Spaziergänge am Tageslicht oder auch  der sog. „winterliche Sonnentourismus“ z. B. in den Mittelmeerraum. img_2097

Wichtig ist auch die psychosozialen Stress-Faktoren zu meiden (z.B. Weihnachtshektik)

Natürlich bringen  der Kerzenglanz am Weihnachtsbaum und das stimmungsvolles Kerzenlicht  zwar ein symbolisches Licht in die dunkle Zeit aber zur Behandlung einer Lichtmangeldepression vermag es sicher nicht viel beizutragen.

Hierzulande gilt: Gönnen Sie sich mehr natürliches Tageslicht.

Ihr Augenarzt

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